C : Aus dem "TM-EX Newsletter, Volume 4, Nummer 4, Sommer 1992

INDIEN

Ein Besuch beim Shankaracharya, Teil III

[Anmerkung des Herausgebers : Die folgende Mitschrift stammt direkt von Tonbandaufzeichnungen eines Gesprächs zwischen Robert Kropinski, einem ehemaligen TM - Lehrer und Anhänger des Maharishi Mahesh Yogi, und Shree Shankaracharya Swaroopanand Saraswati, einem Schüler des verstorbenen Swami Brahmananda Saraswati (Guru Dev), der als spiritueller Meister von Mahesh Yogi's Spiritual angesehen wird.]

Fragesteller: So, in anderen Worten, erklären Sie Shankaracharya, dass das, was er (Mahesh) uns gibt, zum Beispiel mein Mantra "aing", und ich bezahlte dafür 400 Dollar, und ich erhielt das Wort "aing".''

So schloss ich meine Augen und wiederholte mental das Mantra, indem ich es passiv wiederholte. In anderen Worten, passiv, nur aussprechend, es so wiederholend. Mahesh behauptet, diese Mantrams kommen von einem Shankaracharya.

Shankaracharya: Shankaracharya (Guru Dev), dessen Schüler er (Mahesh) sich nennt, ich war auch ein Schüler von Brahmand Saraswati (Guru Dev). Er (Brahmand Saraswati) war mein Guru. Er würde nicht irgendwelche Geschenke von seinen Schülern annehmen.

Der Schüler sollte so sein, dass er seinem Guru Alles gibt. Dann gehört dem Schüler Nichts. Alles gehört dem Guru. Der Guru sollte so sein, dass er Nichts vom Schüler nimmt. Er denkt nur gut von seinem Schüler.

Fragesteller: Eure Göttlichkeit, wir haben gehört, dass Mahesh Yogi selbst Mantras instruiert, und einige Leute glauben, er sei ihr Guru. Er ist ein " kaaystha " von Geburt ( aus einer niedrigen Kaste ). Denken Sie, dass es richtig ist, dass er so lehrt ?

Shankaracharya: Meine erste Information ist, dass er ein Bild von Guru Dev hinter sich zu stellen pflegte. und dass viele Menschen das Bild anbeten, und dann gab er die Mantras heraus. Ich habe viele Menschen getroffen , die in Wirklichkeit ihre Mantras von Mahesh Yogi hatten , aber sie betrachten sich als Schüler von Guru Dev. ( Brahmaliin Jagadguru Shankaracharya ). Aber, egal wen sie als ihren Lehrer betrachten, Tatsache ist, dass eine Person, die ein Mantra vergibt, als der wahre Guru angesehen wird. Wenn Mahesh denkt, dass er vom Shankaracharya gedeckt wird, dann sollte er doch den Menschen erzählen, sie sollten die Initiation vom Shankaracharya nehmen.

Fragesteller: Nahm Brahmananda Saraswati keinerlei Gebühren für seine Initiation ?

Shankaracharya: Dies ist ein Prinzip. Ein Einwurf von Goswami Tulsidas : "Der Guru, der Gebühren nimmt oder Geld für die Initiation nimmt, stiehlt den Besitz der Schüler und fährt später zur Hölle".

Aus dem Grund pflegte Guru Deva `upadesha' (Initiation) ohne irgendwelche Gebühren zu geben. Er pflegte zu sagen ``Wenn ich irgendein Geschenk von dem Schüler annehme (oder Gebühren), dann werden seine Sünden auf mich übertragen.'' In Indien können Dharma, Yoga, Wissen, spezialisiertes Wissen, niemals für Geld verkauft werden. Das ist preislos. Wer einen Preis dafür nimmt, macht sich schuldig. Daher wird ein Mantra auch niemals für Geld gegeben. Wissen kann nicht für Geld verkauft werden. Deshalb dient das von Mahesh eingeführte Verfahren hauptsächlich dem Geldverdienen, und das ist völlig gegen die Regeln der indischen Kultur und Zivilisation.

Wo Geld im Spiel ist, wird es zu einem Geschäft.

Ich sage Dir ohne finanziellem Interesse, was für dich gut ist. Das ist die hier befolgte Regel....Du brauchst keine Klasse, um ein Mantra zu geben.

Ashtanga Yoga--Yama, niyam, aasan, praanayaam, pratyaahaar, dhaarnaa, dhyaan, samaadhi. Das sind die acht Glieder des Yoga. Ein Guru nimmt einen Schüler nacheinander durch diese. Dafür nimmt der Guru NICHTS von seinem Schüler. Er tut es aus Freundlichkeit und aus dem Gefühl heraus, etwas Gutes für seinen Schüler zu tun.

Die zweite Sache ist , dass durch die erfolgreiche Yogapraxis Sidhis ( übernatürliche Kräfte ) erlangt werden können. Aber diese Kräfte sind nicht von Nutzen. Wer einen Preis für ein Mantra verlangt, zeigt, dass er Nichts anderes zu leben hat.

Fragesteller: Eure Göttlichkeit, es wird berichtet, dass er (Mahesh) ``Sidhi Initiation'' gibt, und dass er ein Minimum von RS 20,000 (etwa $1000 US ?) für seine Lehre verlangt.

Seine Sidhi - Mantras sind Sanskrit - Verse aus den Yoga Sutras, und er hat Sidhis versprochen (übernatürliche Kräfte) als Lohn der Praxis.  Mir erscheint es wie ein Betrug, was ist Eure Meinung ?

Shankaracharya: Was den `Yoga Darshan' (die Yoga Sutras von Patanjali ) anbetrifft, ist die erste Stufe des `Yoga Darshan' das `Chitta vritti nirodaha' oder die Kontrolle der Fluktuationen des Geistes. Ziel der Yogapraxis ist der Zustand des `Samadhi', und `Samadhi' ist der Höhepunkt der Praxis. Wenn der Sadhaka (der Übende) den Zustand des `Samadhi' erreicht, dann mag er einige Sidhis erlangen wie "Reisen durch den Raum", das Sehen von entferneten Objekten, usw. Aber das sind in Wahrheit Hindernisse, und man sollte sich nicht in diese Kräfte verstricken, denn sie leisten sicher einen schlechten Dienst für den Sadhaka, und ihr Gebrauch kann zu einer Umkehr der spirituellen Entwicklung führen. Diese Sidhis kommen natürlich zu jemandem, der eine sehr tiefe Meditation hat. Aber, wenn es das Ziel ist, diese Kräfte zu erlangen und zu benutzen, dann ist es eine Verkehrung. Diese Kräfte sind Hindernisse auf dem Weg des Samadhi, und man sollte nicht eine Verhaftung mit ihnen suchen , ansonsten könnte etwas Unerfreuliches passieren. Jede Verhaftung mit ihnen wird nicht von einem wahren Yogi gewünscht.

Wer sich diszipliniert und (dharana) auf `Surya'--``Surya Sanyama Bhubana Jnanam,'' konzentriert - Bedeutung : "Wer sich diszipliniert und auf Surya kontempliert , er kann das Wissen des Universums erlangen." Um dieses Wissen zu erlangen , muss man sich auf Surya konzentrieren. Aber, vor dieser Stufe des "dharan" (einspitzige Konzentration) steht `pratyahar' als Voraussetzung. Pratyahar, Verwirklichung der göttlichen Wahrheit in perfekter Form zu allen Zeiten, ist notwendig.
Jene Stufe kommt nach yama, niyama, asana, and pranayama. Alle diese Stufen bedeuten vollständige Disziplin von Körper Geist und Emotionen, mit keiner Angebundenheit oder Aversion irgendeiner Art in der Welt.

Wer auch immer ohne diese Vorstufen meditiert, kann nicht "pratyahar" erlangen, das eine Abstraktion der weltlichen Freuden ist, und er kann nicht zu der Stufe des `dharan' kommen (einspitzige Konzentration). Und wer sich nicht konzentrieren und disziplinieren kann, wie kann er Sidhis erlangen (übernatürliche Kräfte)? So sind all diese Reden nichts als Schwindel, und ein indischer Yogi sollte das nicht tun. Das beschädigt das Ansehen Indiens.

Was Mahesh Yogi benötigt ist, dass er anderen zeigt, wie man fliegt. Er sollte vor Allen am Himmel entlangfliegen. Es wäre nett, wenn er einmal von Amerika nach Indien ohne Flugzeug fliegen würde. Dann kann das, was er sagt, vielleicht akzeptiert werden. Ansonsten gehört er zu jenen, die Leute in ihrem Netz der Täuschung zu fangen versuchen.''~

Robert Kropinski

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