Die Geschichte der TM-Bewegung  : Swami Brahmananda Saraswati als Platzhalter für Maharishis Mission

Adi Shankaracharya reorganisierte die Sannyasis in Indien in zehn Hauptgruppen, die als Dasanami-Tradition [1] des Advaita Vedanta bekannt sind. Diese Orden sind auch vier verschiedenen Haupt-Klöstern (maṭha)  des Shankara-Ordens zugeordnet.

Die Assoziation der Dasanāmis mit den Shankara-Maṭhas blieb allerdings nominell .  Die sieben Dasanami Akhadas (Juna, Niranjani, Mahanirvani, Ananda, Atal, Avahan, Agni) haben ihre eigenen Führer.

Die wichtigsten Einrichtungen sind der östliche (Purvamnaya), der südliche (Dakshinamnaya) und der westliche Sitz (Pascimamnaya)  in Puri (Orissa), Sringeri (Karnataka) und Dwaraka (Gujarat), während sich der nördliche (Uttaramnaya) Sankaracharya-Sitz in Jyotirmath (auch als Joshimath bekannt) in der Nähe von Badrinath befindet.

Swami Brahmananda Saraswati fand schon im Alter von 14  in Uttarkashi im Himalaya seinen Meister Dandi Swami Krishnanand Saraswati. 1902 wurde er mit 34 Jahren auf der Kumbh Mela von seinem Meister in den Orden der Sannyasin aufgenommen und dann in die tiefere Bedeutung der Lehren eingeweiht. Seine Ernennung zum Inhaber des seit 150 Jahren verwaisten nördlichen Stuhls erfolgte im Jahre 1941 durch eine Gruppe von Mönchen und Experten aus Varanasi ( Bharata Dharma Mahamandala, Kashi Vidvat Parishad, und das Akhila Bharatiya Dharmasangha ).

Es gibt im Norden drei konkurrierende Jyotirmath-Linien, d.h. daneben noch den Madhava Asrama und den Krishnabodha Asrama bzw. Giri, Parvata und Sagara.  (*  The Jyotirmaṭha Śaṅkarācārya Lineage in the 20th Century, Vidyāśaṅkar Sundareśan --;-- Sri Jagadguru Granthamala )

Maharishi Mahesh Yogi (* 12. Januar 1918 ala Mahesh Verma Shrivastava oder Mahesh Prasad Varma in Pounalulla, Indien; † 5. Februar 2008 in Vlodrop, Holland) war der Sekretär von Guru Brahmananda Saraswati, des nach 12 Jahren Tätigkeit am 20. Mai 1953 plötzlich während einer Tour durch Kalkutta (evtl. an einer Vergiftung)  verstorbenen Inhabers des nördlichen Shankarastuhls des Jyotirmath des indischen Shankara-Ordens. 

Die Nachfolge wurde zuerst einem Schüler Swami Hariharananda Saraswati angeboten, der aber ablehnte.

Dann wurde ein Testament vom 18.12.1952 bekannt, das ein halbes Jahr vor Guru Devs Tod notariell geändert worden war. In dem umstrittenen  hinterlassenen Testament wünschte Gurudev Brahmananda Saraswati vier  eigene allerdings nicht genügend qualifizierte und nicht den Mahanusasana-Texten(maThAmnAya und mahAnuSAsana), die u.a. die nötigen Qualifikationen eines Shankaracharya beschreiben,  entsprechende Kandidaten,  an erster Stelle  einen Schüler Swami Shantananda, als zweiten Swami Dvarakesananda Saraswati,  dann Swami Vishnudevananda Saraswati und als vierten Swami Paramatmananda Saraswati (Ramji Tripathi, Dwarika Prasad, Vishnu Devanand and Parmanand Saraswati).

Es gab darüber zuerst einen  Streit über die Nachfolge mit dem wohl schon damals  mit Maharishi sympathisierenden Vishnu Devanand Saraswati, der sich einfach im Jyotirmath festgesetzt hatte, was erst  gerichtlich geklärt werden musste. 

== Mahanusasana-Texte ==

* Die erforderlichen Qualifikationen für einen Shankaracharya sind in den folgenden zwei Versen des "Mathamnaya" enthalten: "Wer unbeschmutzt ist, die Sinne unterworfen hat, sich in den Veden und Vedangas gut auskennt und mit der Anwendung der Shastras vertraut ist, kann meine Peeth erhalten anders, einer der ohne diese Verdienste ist, selbst wenn er installiert ist, muss von den Weisen und Gelehrten abgesetzt werden. " 

Parallel wurde daher Swami Krishnabodha Asrama zum Shankaracharya gewählt, dessen Wahl allerdings 1970  von einem Zivilgericht annulliert wurde, welches das Testament anerkannte.

Swami Krishna Bodhashram  machte aber weiter und nominierte seinen Nachfolger nicht. Kashi Vidwatpeeth und Bharat Dharma Mahamandal, eine Gruppe von Heiligen, die das Recht dazu haben,  falls der Nachfolger nicht nominiert wird, übergaben den Jyotir Mutt 1973 an Swami Swaroopanand Saraswati (s.u. links).

1979 fand in Sringeri eine Konferenz der Sankaracharyas der vier Amnaya Mathas statt(SrI abhinava vidyA tIrtha (Sringeri), SrI niranjana deva tIrtha (Puri), SrI abhinava saccidAnanda tIrtha (Dvaraka) ), und Swami Santananda und Swami Vishnudevananda wurden nicht eingeladen.

Es war Swarupananda Saraswati, ein Schüler von Brahmanada Saraswati und danach des  1973 verstorbenen Swami Krishnabodha Asrama, der Jyotirmath parallel vertrat.

Die rivalisierende Linie von Shantananda und dessen Schülern wurde zu diesem Zeitpunkt von keinem der anderen Sankaracharyas gebilligt.

Der in Guru Dev's Testament gewünschte aber nicht den Anforderungen der Mahanusasana - Texte entsprechende  Swami Shantanand Saraswati  'begnadete'  1961  Maharishi während der Lehrerausbildung in Rishikesh  mit seiner Anwesenheit und wurde mit aller Zeremonie empfangen. Er war dann bis 1980 der inoffizielle Stuhlinhaber und wechselte in den Madhava Asrama und trat auf Drängen - evtl. wegen seiner Inkompetenz - zugunsten von Swami Vishnudevananda Saraswati zurück , der jedoch  1989 verstarb, während Santananda Saraswati noch bis 1997 lebte. 

 Anschließend  wurde ein von Vishnudevananda benannter Swami Vasudevananda Saraswati als Nachfolger von Vishnudevananda eingesetzt. Als Santananda Ende 1997 starb, war Vasudevananda Saraswati  der einzige Vertreter dieser Linie  und ein von der TM-Sekte umworbener  Maharishi-Sympathisant.  Vasudevanand Saraswati verfügte aber nicht über die erforderlichen Qualifikationen. Er  war vor 1989 kein Dandi - Sanyasi  sondern Lehrer an einer staatlich unterstützten Schule und bezog bis zum 13. November 1989 ein Gehalt.

* Alt.meditation.transcendental : Vasudevananda ;  alt.meditation.trans : The True Lineage of Jyothirmath

Parallel dazu erhob  Swami Swaroopanand Saraswati , inzwischen auch Stuhlinhaber des Dwarka Peeth,  als  direkter Schüler des verstorbenen Gurudev  Anspruch auf die Nachfolge, der ein harscher Kritiker von Maharishi ist und auch Vasudevanandas Qualifikation bestritt.  Er klärte 1987 den mißtrauisch gewordenen TM-Initiator  Kropinski über Maharishi auf .

Vasudevanand, der weder ein Dandi-Sanyasin  ist noch über ein vertieftes Studium und Verständnis der Schriften verfügte, prozessierte seit 1989  in Allahabad um die Rechtmäßigkeit seiner Nachfolge Vishnudevanandas.

Er legte 1989 ein Testament von Krishna Devanand vor und behauptete, er sei von seinem Guru als nächster Shankaracharya nominiert worden. Das Gericht stellte jedoch fest, dass Vasudevanand niemals ein Schüler von Krishna Devanand war und die von ihm vorgelegten 300seitigen Dokumente vom 7. April 1989 gefälscht waren.

2010 musste er ein Urteil in Allahabad hinnehmen, daß er keine Spenden als Jagadguru des Shankara-Ordens einsammeln dürfe.

* 2015 : Court Declares 'Shankaracharya' Vasudevananda's Claim to Title Illegal (Vasudevanand darf sich auch nicht mehr auf den Shankara-Thronsessel setzen.) (Link2 - zeenews.india.com).

Zwischenzeitlich sah sich  Swami Madhavashram, ein Schüler von Swami Krishnabodhashram,  als offizieller Shankaracharya von Jyotirmath, der allerdings nur vom Vidwat Parishad anerkannt wurde. Er starb  2017 im Alter von 73  kränkelnd ,  u.a. da 1998 auf ihn ein Anschlag von Naga-Sadhus verübt worden war.

2017 urteilte ein Gericht in Allahabad   im 4. Termin, daß Vasudevananda Saraswati aber auch Swaroopanand Saraswati ('keine 2 Stühle möglich') keinen Anspruch auf den nördlichen Shankarastuhl haben,  und es ordnete eine Neuwahl innerhalb von 3 Monaten an.  Bis dahin habe Swami Swarupananda die  Übergangskontrolle.  ( : Ein weiterer 4.  Termin im Jahre 2017 endete ähnlich.)

Vasudevananda Saraswati tritt allerdings weiterhin im Badrika Ashram als Shankaracharya auf und wird von der TM-Sekte begrüßt und unterstützt und wegen (unwirksamer) Einweihungen hoffiert.

 


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